
Kakao
aus Fairem Handel
El Ceibo und bio-fairer Kakao aus Bolivien (HAND IN HAND)
Die Kooperative El Ceibo, gegründet von bolivianischen Kleinbauern-Familien, zeigt beispielhaft, wie Bio-Anbau und Fairer Handel langfristige Perspektiven für Menschen im ländlichen Raum schaffen können. Die Kleinbauern-Kooperative (Gründung 1977) besteht aus 48 Basiskooperativen mit rund 1.300 aktiven Mitgliedern und war Rapunzels erster HAND IN HAND-Fairhandels-Partner.

Erste Bio-Schokolade weltweit
Gemeinsam mit El Ceibo und Schokoladenhersteller Maestrani in der Schweiz brachte Rapunzel 1987 die weltweit erste Bio-Schokolade auf den Markt. So begann eine erfolgreiche Zusammenarbeit, die bis heute fortbesteht.

Wo unsere Rohstoffe wachsen
Warmes Klima und fruchtbare Böden
Im tropischen Tiefland Boliviens, rund um das Dorf Sapecho im Alto Beni, wachsen die Kakaopflanzen von El Ceibo. Die Region liegt nordöstlich von La Paz und ist geprägt von dichter Vegetation, warmem Klima und fruchtbaren Böden. Hier bauen viele Mitglieder der Kooperative ihre Kakaobohnen in einem Agroforstsystem an.
ANBAU, VERARBEITUNG & ZUSAMMENARBEIT
Bio-Kakaoanbau in Mischkultur & Wertschöpfung vor Ort
Der Wald reicht bis an die Bauernhäuser rund um das Dorf Sapecho im Alto Beni. Zwischen heimischen Tropenbaumarten, Obstbäumen und verschiedenen Nutzpflanzen wachsen die Kakaopflanzen der Kooperativenmitglieder von El Ceibo. Die Kakaobäume werden sorgfältig von Hand gepflegt und in einem Agroforstsystem angebaut – einer Form von Mischkultur.
Welche Rolle spielt Agroforst beim Kakaoanbau?
Agroforstwirtschaft ist ein Anbausystem, bei dem Bäume oder Sträucher gemeinsam mit anderen landwirtschaftlichen Kulturen oder Tieren auf derselben Fläche kultiviert oder gehalten werden. Diese Mischkulturen fördern die Biodiversität, verbessern den Boden und bieten den Kakaobäumen Schutz vor Schädlingen und extremen Wetterbedingungen. Zudem führt Agroforst zu einem stabilen Wirtschafts- und Ökosystem.
Besonderen Wert legt El Ceibo auf die langfristige Pflege und Verjüngung der Mischkulturen. Im eigenen Forschungszentrum zieht die Kooperative jedes Jahr rund 40.000 Setzlinge von Kakaopflanzen, Obst- und weiteren Baumarten heran. Die jungen Pflanzen werden an Mitglieder sowie an weitere Interessierte zu günstigen Preisen weitergegeben.


HERKUNFT, ROHSTOFF & PARTNERSCHAFT
Am Anfang stand ein Abenteuer
In den 1980er-Jahren reiste Rapunzel Gründer Joseph Wilhelm auf der Suche nach Bio-Kakao nach Bolivien. Über die damals berüchtigte „Todesstraße“ führte ihn der Weg ins Tiefland, wo er Kakaobauern besuchte und sich mit den Mitgliedern der Kooperative El Ceibo austauschte.
Viele Mitglieder von El Ceibo waren bereits in den 1960er-Jahren aus den Anden in das Tiefland des Alto Beni umgesiedelt worden. Dort mussten sie sich auf neue klimatische Bedingungen und neue landwirtschaftliche Kulturen einstellen.
Erste Erfahrungen mit Fairem Handel bestanden bereits, gleichzeitig brachte der konventionelle Kakaoanbau zahlreiche Herausforderungen mit sich.
Rapunzel unterstützte die Bauernfamilien beim Aufbau des Bio-Anbaus – unter anderem durch Beratung zu zu ökologischen, naturnahen und überwiegend mechanischen Anbaumethoden. Mit der Zeit erholten sich die Kakaopflanzungen und El Ceibo wurde 1987 zum ersten Rapunzel Lieferanten aus Übersee sowie zum ersten Partner des HAND IN HAND-Programms. Bis heute verbindet beide Seiten eine langjährige Zusammenarbeit.
Erster Besuch bei El Ceibo
Reisebericht des Rapunzel Gründers Joseph Wilhelm über seine erste Reise zu El Ceibo im Jahr 1987.
GEMEINSAM MIT HAND IN HAND
Langfristige Partnerschaften fördern Planungssicherheit
Aus dem von Rapunzel initiierten HAND IN HAND-Fonds – heute Teil der RAPUNZEL Eine Welt Bio-Stiftung – wurden Projekte von El Ceibo und angeschlossenen Organisationen unterstützt. Dazu zählen Vorhaben rund um Wasserversorgung, Kakaoanbau und ökologische Landwirtschaft. Es war ein großer Schritt für die Kooperative, einen Großteil der Verarbeitungsschritte im Ursprungsland bei El Ceibo belassen zu können – und u. a. möglich dank des HAND IN HAND-Programms mit stabilen Preisen und langfristiger Zusammenarbeit.

PERSPEKTIVE VOR ORT
Kakaoanbau mit Zukunft
„Besonders profitieren die Kinder der Kakaobauern und jungen Menschen der Gegend“, weiß Barbara Altmann, Leiterin des Nachhaltigen Lieferkettenmanagements von Rapunzel, aus eigener Anschauung. Bildung ist ein wichtiges Thema für El Ceibo – angefangen von allgemeiner Schulbildung für Jungen und Mädchen bis hin zu höherer Bildung an Universitäten – und seit jeher eine große Motivation für die Fairhandels-Bauern.
Dazu gehört auch die Frage des Generationenwechsels: Machen die Söhne und Töchter später auf dem eigenen Bauernhof weiter? Wie kann der Kakaoanbau für die nächste Generation attraktiv bleiben? Deshalb werden junge Erwachsene bewusst zu den Versammlungen der Kooperative eingeladen.
„Von vier Kindern, die eine Familie im Schnitt hat, interessieren sich zwei für den Kakaoanbau. Die Kinder sehen eine Zukunft im Kakaoanbau“, bestätigt Víctor Jiménez Torres, ehemaliger Sekretär des Verwaltungsrates von El Ceibo. Ein weiterer Beleg für die nachhaltige Entwicklung der Kooperative: Viele Angestellte in der Kakaoannahme oder der Weiterverarbeitungsanlage sind Mitglieder der Kooperative oder Söhne und Töchter von Mitgliedern.
